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Gerade für Sie gelesen

  • Helmut aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

  • Schwarzes Requiem von Jean-Christophe Grangé

    Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung des Thrillers 'Purpurne Rache': Gregoire Morvan, ehemals Polizist und Geheimagent, inzwischen Familientyrann und skrupelloser Geschäftsmann, reist zwecks Abbau eines neuen Coltan-Vorkommens in den Kongo. Dort hat er in den 1970er Jahren einen berüchtigten Serienmörder, genannt 'der Nagelmann', zur Strecke gebracht. Begleitet wird er von seinem ältesten Sohn Erwan, seines Zeichens Leiter der Mordkommission in Paris, der selbst gerade einen Serienmord, begangen von einem Nachahmungstäter des 'Nagelmannes', aufgeklärt hat. Im dunkelsten Afrika stößt er auf ein folgenschweres Familiengeheimnis. Der vom Bürgerkrieg geprägte Kongo wird von Grangé als ein Inferno gezeichnet, in dem es keine Menschlichkeit mehr gibt. Parallel werden die Geschichten rund um die beiden jüngeren, ebenfalls schwer gezeichneten Kinder von Gregoire Morvan erzählt, die ihrerseits in Frankreich und Italien in mysteriöse Mordfälle verwickelt werden. Unaufhaltsam bewegen sich die Storylines aufeinander zu und münden in einem furiosen Finale. Grangés Stil ist wie immer sehr brutal und unerbittlich, ohne Rücksicht auf Verluste nicht nur auf Seiten der Gegner. Ein faszinierender und extrem spannender Thriller, wobei es sich empfiehlt, den Vorgängerroman bereits gelesen zu haben.

  • Beute von Deon Meyer

    Entlang der Bahnstrecke eines Luxuszuges von Kapstadt nach Pretoria wird die Leiche eines Mannes gefunden. Die beiden Ermittler, Bennie Griessel und Vaughn Cupido, entdecken bald, dass es sich um einen ehemaligen Kollegen und Personenschützer handelt. Gleichzeitig erhält Daniel Darret, der ein bescheidenes Leben als Möbelrestaurator in Bordeaux führt, unliebsamen Besuch aus seiner politischen Vergangenheit in Südafrika. Die beiden Handlungsstränge werden parallel erzählt und bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu. Was wie ein Krimi a la 'Mord im Orient-Express' beginnt, entwickelt sich bald zu einem atemlosen Polit- und Verschwörungsthriller. Zugleich ist der Roman eine politische Abrechnung Deon Meyers mit dem korrupten Regime, 'Kleptokratie' genannt, des Präsidenten Jacob Zuma. Unbedingt lesen!!

  • Icarus von Deon Meyer

    Bennie Griessel von der Mordkommission in Kapstadt ist seit über 600 Tagen trocken, als der unerwartete Selbstmord eines Kollegen ihn völlig aus der Bahn wirft und ihn wieder in die Sucht treibt. Als die Leiche des Betreibers eines Alibi-Internetportals gefunden wird, nehmen die Mordermittler unter der Führung von Griessels Partner Vaughn Cupido die Ermittlungen auf. Deon Meyer, einer der erfolgreichsten Thrillerautoren Südafrikas, bei uns leider immer noch sträflich unterschätzt, ist ein Spezialist für zeit- und gesellschaftskritische Thriller. In diesem Werk hingegen tritt der Krimiplot deutlich in den Hintergrund zugunsten der Charakterporträts. Griessels Rückfall und erneuter Kampf gegen den Alkohol wird detailreich geschildert, außerdem wird Vaughn Cupido, der an seiner neuen Führungsaufgabe regelrecht über sich selbst hinauswächst, viel Spielraum eingeräumt. In einem zweiten Erzählstrang erhält der Leser anhand der Familienchronik eines Winzers interessante Einblicke in die Weinwelt Südafrikas. Ein ungewöhnlicher aber lesenswerter Thriller.

  • Wolf von Mo Hayder

    Dieser Thriller von Mo Hayder ist zwar nicht mehr taufrisch - er ist bereits 2016 erschienen -, aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch.
    Mo Hayder beschreibt, wie eine Familie trotz belastender Vorfälle in der Vergangenheit ihren Urlaub wieder in ihrem abgelegenen Urlaubsdomizil verbringen möchte. Die Familie wird in ihrem eigenen Haus jedoch von zwei Männern gefangen gehalten. Es ist unklar warum und wie das Ganze ausgehen wird. Sind die Hintergründe im privaten oder beruflichen Umfeld zu suchen, oder handelt es sich schlichtweg um Psychopathen?
    Mo Hayder spielt mit der Phantasie des Lesers, schreibt in gewohnter Manier in spannender und doch beiläufiger Erzählweise, gespickt mit echten Schockeffekten und einem vollkommen überraschenden Ende. Gänsehaut ist garantiert, starke Nerven gefordert.

  • Der Komponist von Jeffery Deaver

    Und wieder eine 600 Seiten-Schwarte. Aber momentan habe ich ungewollt viel Zeit zum Lesen. Diesmal ist das Ermittlerduo Rhyme/Sachs mit einem ungewöhnlichen Fall konfrontiert: in New York wurde ein Geschäftsmann am helllichten Tag entführt. Bald darauf wird ein Video im Internet hochgeladen, das zeigt, wie das Opfer unter einem provisorischen Galgen steht und langsam erdrosselt wird. Unterlegt ist das Video mit einem seltsamen Musikstück, einem 'Todeswalzer', der zum Teil aus dem Röcheln des Opfers besteht. Daraus resultiert der Name des unbekannten Täters: der Komponist. Die weiteren Ermittlungen führen unser Ermittlerduo nach Italien, genauer gesagt nach Neapel. Ein völlig neuer Schauplatz für einen Lincoln Rhyme-Thriller. Und Jeffrey Deaver erweist sich als Kenner der italienischen Mentalität, Kultur und Lebensweise. Der sich ergebende Culture Clash sorgt für viele humorvolle Momente und mit dem linkischen Forstmeister Ercole Benelli stellt er den bekannten Ermittlern einen liebenswerten und durchaus fähigen Ermittler zur Seite. Nach ca. 500 Seiten nimmt die Story eine völlig unerwartete Wendung, die sicherlich nicht jeden Leser überzeugen wird. Spannend ist dieser Thriller aber allemal.

  • Der talentierte Mörder von Jeffery Deaver

    Lincoln Rhyme hat sich von der Klärung von Kriminalfällen zurückgezogen, da er sich die Schuld am Tod eines Betrügers gibt, und ermittelt nun im Auftrag eines Anwalts wegen eines tödlichen Rolltreppenunfalls. Gleichzeitig jagt Amelia Sachs einen Mörder, der sein Opfer mit einem Hammer brutal erschlagen hat. Jeffrey Deaver greift das Thema der schönen neuen - sprich digitalisierten - Welt auf, in der herkömmliche Elektrogeräte zu mörderischen Waffen werden können. Wieder ist ihm ein klug durchdachter Thriller voller Spannung und unerwarteter Twists gelungen.

  • Ehrensache von Michael Connelly

    Harry Bosch, inzwischen vom LAPD pensioniert, ermittelt im Auftrag seines Halbbruder Mickey Haller, einem Strafverteidiger. Er soll helfen, die Unschuld eines Mandanten, einem ehemaligen Gang-Mitglied, an der brutalen Ermordung einer hohen Beamtin der Stadt L.A. zu beweisen. Bosch ziert sich zunächst, doch dann kommen im bald Zweifel an den polizeilichen Ermittlungsergebnissen. Neben dem raffinierten Kriminalfall geht es Connelly diesmal vor allem um den inneren Konflikt Boschs. Eigentlich wollte dieser nie für einen Strafverteidiger - dem 'natürlichen' Feind eines jeden Polizisten - arbeiten, andererseits folgt er aber unbeirrbar seiner Mission, jedem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, indem er den wahren Täter überführt. Connelly spart diesmal auch nicht an einer deutlichen Kritik an einem System, das mehr an seinem guten Ruf und positiven Statistiken interessiert ist als an Gerechtigkeit. Wieder sehr gelungen.

  • Die Verlorene von Michael Connelly

    Harry Bosch, inzwischen als Reservist beim San Fernando Police Departement und als Privatermittler tätig, erhält von einem Milliardär den Auftrag, herauszufinden, ob es aus einer unstandesgemäßen Beziehung zu einer jungen Mexikanerin während dessen Studienzeit einen möglichen Erben gäbe. Gleichzeitig versucht er im Zuge seiner polizeilichen Tätigkeit einen Serienvergewaltiger namens 'Screen Cutter' zu identifizieren. Der 21. Harry Bosch-Roman ist eine Mischung aus klassischem Detektivkrimi im Stil eines Raymond Chandler und einem modernen Polizeiroman. Die Handlungsstränge werden geschickt parallel vorangetrieben, die Spannungsschraube in der zweiten Hälfte enorm angezogen. Michael Connelly, wie schon öfters erwähnt einer der besten zeitgenössischen amerikanischen Thrillerautoren, ist hier wieder ein großer Wurf gelungen.

  • Diesmal kein Krimi, kein Thriller, sondern ein Familiendrama. Von einer Bekannten empfohlen, hab ich mir gedacht: 'Warum nicht.' und hab's nicht bereut.
    Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit erzählt ein Buchautor die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Familienzweige, die seiner eigenen, sowie die seines Cousins. Da er dem weniger begüterten Zweig angehört, erlebt bzw. interpretiert er Äußerungen und Handlungen in der Regel als Abwertung seiner Familie. Er schämt sich seiner Abstammung, während die Familie seines Cousins nur Erfolge zu kennen scheint. Nicht genug damit, dass der eigenen materiellen Unzulänglichkeit ein so überdimensional großes Vermögen gegenübersteht, nein, in dieser begüterten Familie hat auch jeder sein Herz am rechten Fleck! So bleibt ihm nur, sämtliche Ferien und Familienfeste dort zu verbringen und so wenigstens für diese kurze Zeit Teil der schönen heilen Welt zu sein. Während der Erzählung werden immer Andeutungen von einer großen Katastrophe gemacht, die die Familie 'entzweit' hat. Diese wird jedoch erst sehr viel später thematisiert, wobei die Auflösung durchaus raffiniert und entfernt von Klischees ist.
    Der Roman berührt durch die sanfte Erzählweise und die Erkenntnis, dass die eigene Perspektive oft trügt und Handlungen und Äußerungen sehr unterschiedlich interpretiert werden können.

  • Messer von Jo Nesbø

    Harry Hole ist wieder im Polizeidienst tätig. Das ist aber schon die einzige gute Nachricht. Seine Frau Rakel hat ihn vor die Tür gesetzt und der Alkohol hat ihn wieder fest im Griff. Als er an einem Morgen nach einer nächtlichen Sauftour ohne Erinnerung aber mit Blut an seiner Kleidung erwacht, gerät er noch dazu unter Mordverdacht. Für ihn steht fest, dass der Serienvergewaltiger Svein Finne, der ihm und seiner Familie Rache geschworen hat, dahintersteckt. Da sein vielgepriesenes 'Bauchgefühl' ihn diesmal immer wieder in die Irre führt - ein sehr angenehmer realistischer Zug, denn unfehlbare Ermittler kennt man aus der Kriminalliteratur bereits genug - gibt es viele falsche Spuren und einige überraschende Wendungen. Meines Erachtens hat dieser Thriller aber auch einige Schwächen: so wird etwas viel über Holes Alkoholismus und seine Lebenskrise lamentiert. Erstaunlich ist auch, dass ihm, der als ungepflegter, versiffter Alkoholiker mit rüden Umgangsformen beschrieben wird, alle Frauenherzen zufliegen. Ob es sich bei dieser James-Bond-Attitüde um den Wunschtraum des Autors handelt? Ein Schalk, wer so etwas denkt. Aber genug der Kritik: in Summe ist es wieder ein gut zu lesender Nesbö-Thriller, wenn auch nicht der beste.