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Die jährlich wechselnde Jury sichtet alle eingereichten Titel und stellt im August eine 20 Bücher umfassende Longlist zusammen. Im September wird die Shortlist veröffentlicht, die 6 Bücher umfasst und im Oktober wird der Preis im Zuge der Frankfurter Buchmesse vergeben.
ROMAN DES JAHRES - DEUTSCHER BUCHPREIS 2025
"Dieser Roman ist ein Ereignis. Eine Schriftstellerin berichtet von ihrer Reise in den südamerikanischen Urwald mit einer Theatergruppe auf den Spuren zweier Holländerinnen, die vor Jahren dort verschwunden sind. Auf dieser Wanderung erzählt sich die Gruppe verstörende Geschichten. Je tiefer sie sich im Dickicht und Morast verläuft, desto mehr reißt Elmiger die Leser*innen in einen Sog der Angst. Ihr Roman erzählt von Menschen, die in ihr ‚dunkelstes Gegenteil‘ verfallen. Indirekt ist dabei nicht nur Elmigers Sprache, sondern auch ihr Verweis auf unsere Gegenwart, die Schritt für Schritt in Selbstüberhebung versinkt. Elmigers Stil ist gleichzeitig distanziert und doch fesselnd. ,Die Holländerinnen‘ – ein faszinierender Tripp ins Herz der Finsternis."
In alphabetischer Reihenfolge nach Autor:innen
ROMAN DES JAHRES - DEUTSCHER BUCHPREIS 2024
Begründung der Jury:
"Die Protagonistin in Martina Hefters Hey guten Morgen, wie geht es dir? ist Mitte 50, führt ein prekäres Leben als Performance-Künstlerin in Leipzig und pflegt ihren MS-kranken Mann. In schlaflosen Nächten chattet sie mit einem nigerianischen Liebesschwindler, der es auf ihr Geld abgesehen hat. Es stellt sich die Frage, wer hier wen ausbeutet – und was passiert, wenn wider Erwarten die Grenzen zwischen digitalem Spiel und realer Zuneigung verschwimmen. Auf faszinierende Weise verbindet der Roman zermürbenden Alltag mit mythologischen Figuren und kosmischen Dimensionen, er navigiert zwischen Melancholie und Euphorie, reflektiert über Vertrauen und Täuschung. Von all dem erzählt Martina Hefter in ihrem klug choreografierten Roman, der eine ganz eigene Anziehungskraft ausübt."
ROMAN DES JAHRES - DEUTSCHER BUCHPREIS 2023
Begründung der Jury:
„Auf den ersten Blick ist Tonio Schachingers ,Echtzeitalter‘ ein
Schulroman. Auf den zweiten viel mehr als das: ein Gesellschaftsroman,
der das Aufwachsen seines Helden Till an einer Wiener Eliteeinrichtung
beschreibt, an der die künftigen Leistungsträger*innen mit reaktionärem
Drill und bildungsbürgerlichen Idealen aufs Leben vorbereitet werden.
Aus dieser repressiven Umgebung, verkörpert durch den mephistophelischen
Lehrer Dolinar, flüchtet sich Till in die Welt des Gaming. Mit
feinsinniger Ironie spiegelt Schachinger die politischen und sozialen
Verhältnisse der Gegenwart: Aus gebildeten Zöglingen spricht die rohe
Gewalt. Die Welt der Computerspiele bietet einen Ort der Fantasie und
Freiheit. Auf erzählerisch herausragende und zeitgemäße Weise verhandelt
der Text die Frage nach dem gesellschaftlichen Ort der Literatur.“
ROMAN DES JAHRES - DEUTSCHER BUCHPREIS 2022
Begründung der Jury
"Mit einer enormen kreativen Energie sucht die non-binäre Erzählfigur in Kim de l’Horizons Roman „Blutbuch“ nach einer eigenen Sprache. Welche Narrative gibt es für einen Körper, der sich den herkömmlichen Vorstellungen von Geschlecht entzieht?
Fixpunkt des Erzählens ist die eigene Großmutter, die „Großmeer“ im Berndeutschen, in deren Ozean das Kind Kim zu ertrinken drohte und aus dem es sich jetzt schreibend freischwimmt.
Die Romanform ist dabei in steter Bewegung. Jeder Sprachversuch, von der plastischen Szene bis zum essayartigen Memoir, entfaltet eine Dringlichkeit und literarische Innovationskraft, von der sich die Jury provozieren und begeistern ließ." (Quelle: Deutscher Buchpreis )