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Gerade für Sie gelesen

  • Brigitte aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

  • Ein Raubtier namens Mittelmeer von Ghayat Almadhoun

    Ghayath Almadhoun wurde 1979 in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien geboren, hat in Damaskus Arabische Literatur studiert und floh 2008 vor dem Regime in Syrien nach Schweden. Dort hat er einige Gedichtbände veröffentlicht, darunter 2008 "Ein Raubtier namens Mittelmeer": Der Titel dieses Bandes stammt aus dieser Zeile:

    "Und jene, die unsere Seele tragen, wurden von einem Raubtier namens Mittelmeer gefressen."

    Es sind vielmehr kurze Texte denn Gedichte. Der Autor als Dichter ist zu einem "Friedensverbrecher" geworden. Solche Wortkreationen und zB. "Zeitspardose" kann man in diesen Texten entdecken, die von seiner Heimatstadt Damaskus berichten, die Giftgasangriffe im Ersten Weltkieg anklagen oder die Diamantenblutstadt Antwerpen, von der es heißt: "Ich ertrinke in dir wie die Syrer im Meer."

    In jeder Zeile versucht Almadhoun das Unsagbare über Krieg, Flucht, Liebe, Alleinsein, Tod und Sterben in Worte zu fassen.

    "Lyrik verändert zwar nicht die Welt, aber sie kann Menschen verändern, die dann die Welt verändern".

  • Der Wald von Nell Leyshon

    Der kleine Pawel wächst zunächst wohlbehütet in einem bürgerlichen Haushalt in Warschau auf - doch der Krieg ändert alles. Als sich sein Vater im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagiert und eines Tages einen schwer verwundeten englischen Kampfpiloten mit nach Hause bringt, ist die Familie nicht mehr sicher. Pawels Oma und Tante werden deportiert, und Pawel flieht mit seiner Mama in den Wald. Dort entdeckt Pawel die Liebe zu den Farben, die ihn ein Leben lang begleiten wird. Im dritten Abschnitt des Romans befinden wir uns in London des 21. Jahrhunderts.

    Wie haben Paul die Ereignisse während des Krieges geprägt? Welche Erinnerungen plagen seine geliebte Mama? Wie kann ein Leben mit dieser Vergangenheit gelingen?

    Ein wunderbarer Roman in einer poetischen Sprache erzählt, mit kunstvollen Aufbau und Kapitelabfolgen. Vor allem der kleine Pawel wächst einem ans Herz, mit seinen durchdringenden und exakten Fragen, die er unermüdlich den Erwachsenen stellt. Er ist so wissbegierig und gibt sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden.

    "Wie schaffen Kinder es nur, dass sie immer direkt zum Herz der Dinge vorstoßen?"

    "Geschichten sind wichtig. Mit ihrer HIlfe versuchen die Menschen zu verstehen, warum es die Welt gibt, und warum es uns gibt."

    Es sind auch Zitate wie diese, die für eine uneingeschränkte Leseempfehlung sprechen!

  • Die Liebeserklärung von Jean-Philippe Blondel

    Corentin, Hochzeitsfotograf und -filmer, ist von Mai an ein halbes Jahr jedes Wochenende damit beschäftigt, den glücklichsten Tag von Brautpaaren für die Ewigkeit festzuhalten. Nur er ist ganz und gar unglücklich und hat die Frau seines Lebens noch nicht gefunden. Als er beginnt, Freunde, Verwandte und Braut oder Bräutigam vor die Kamera zu bitten, offenbaren diese ihm die intimsten Momente und Liebeserklärungen. Wird er seine große Liebe finden?

    Ein kluger, witziger, romantischer und zutiefst menschlicher Roman ist dem Autor da gelungen!

  • Tom und Luise machen eine Paartherapie und treffen sich jeweils davor in einem Pub, um zu besprechen, was sie in der Sitzung besprechen werden. Aber bis sie dazu gelangen, kommen noch allerlei Vorwürfe, Geschehnisse und Missverständnisse aus vielen Ehejahren zur Sprache.

    Das Büchlein ist eine kurzweilige Lektüre, pointiert & witzig und erinnert ein wenig an Daniel Glattauers "Die Wunderübung" (die jedoch viel lustiger ist!). Auf alle Fälle prädestiniert für eine Verfilmung!

  • Marianengraben von Jasmin Schreiber

    Paula wird nach dem Tod ihres 10jährigen Bruders Tim komplett aus der Bahn geworfen. Denn sie sieht sich verantwortlich für das Leben ihres kleinen Bruders, der Meere und Fische liebte und Antworten auf seine zahlreichen klugen Fragen von ihr forderte. Sie fühlt sich schuldig, weil sie ihn nicht vor dem Ertrinken gerettet hat und zieht sich vom Leben zurück. Erst als sie den älteren Herrn Helmut trifft und sich mit ihm in seinem Wohnmobil auf eine Reise in die Berge nach Tirol begibt, kann sie sich endlich von ihren Schuldgefühlen befreien und wieder Freude am Leben empfinden.

    Ein schöner, trauriger, nachdenklich und zugleich positiv stimmender Roman über zwei Menschen, die ihnen nahe stehende Personen verloren und trotzdem ihren Humor nicht verloren haben!

  • Das wirkliche Leben von Adeline Dieudonné

    Ein namenloses 10jähriges Mädchen wohnt mit ihrer Familie in einer Reihenhaussiedlung nahe am Galgenwäldchen. Der Vater schaut fern, trinkt am liebsten Whisky, hat ein eigenes Zimmer für seine Jagdtrophäen und schlägt die Mutter, die das Leben einer „Amöbe“ führt. Und es gibt noch den 6jährigen Bruder Gilles, den seine Schwester liebt und beschützt, bis eines Tages ein Unglück passiert. Gilles Verhalten ändert sich dadurch und nähert sich zusehends dem seines gewalttätigen Vaters an und so entfernt er sich von seiner Schwester. Diese hat ein Geheimnis: Sie lernt begierig alles über Naturwissenschaften und fühlt sich mit diesem Wissen stärker.

    Dieser Roman liest sich anfangs beinahe wie ein Jugendroman, im Laufe der Geschichte fliegt man rastlos durch die Seiten bis zum erschütternden Ende und bleibt ohne Worte zurück. Man fiebert mit der inzwischen 15-Jährigen Heldin und ihrem 11 Jahre alten Bruder mit – am Schluss stockt der Atem, wenn man das Buch zuklappt. Dieses Buch hallt noch lange nach. Absolute Leseempfehlung!

  • Whisper Network von Chandler Baker

    In diesem Roman fühlen wir mit den Frauen mit, die immer besser, schöner, klüger, tüchtiger uvam sein müssen, um in einer Männerwelt bestehen zu können. So zB Grace, die bald nach der Geburt wieder als Anwältin anfängt zu arbeiten und im Büro Milch abpumpt. Oder Sloane, die als Working-Mum zwischen Haushalt, Ehe und Schule hin- und herhechelt. Die alleinerziehende Rosalita räumt spätabends die fast leeren Büroräume auf und weiß nicht immer, was sich dahinter verbirgt. Und dann ist da noch die geschiedene Ardie, die mit all diesen Frauen Freundschaften pflegt und von ihrem Vorgesetzten Ames ignoriert wird. Was ist bei all diesen Frauen passiert, dass sie Ames auf die BAD-Liste setzen? Welche Geheimnisse verbergen sie?

    Ein zutiefst zeitgemäßer Roman zur #Metoo-Debatte! Ehrlich, schonungslos und sehr spannend!

  • Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe

    Vier unzertrennliche Freundinnen - Lenica, Marie, Fanny und Elsa - verbringen in ihrer Jugend viele Sommerferien unbeschwert an der französischen Atlantikküste - bis Lenica eines Tages Sean mitbringt. Ab da ist nichts mehr wie vorher. Denn Elsa verliebt sich Hals über Kopf in Sean und damit bröckeln die Beziehungen und sie verlieren sich aus den Augen. Als sich Marie, Fanny und Elsa viele Jahre später wieder an ihrem Lieblingsfelsen treffen, brechen alte Wunden auf und endlich können sie über alles sprechen, was seit Jahren ungesagt zwischen ihnen stand. Was ist mit Lenica passiert? Was hat Sean damit zu tun?

    Ein bewegender Roman über vier Frauen, deren Freundschaften sehr intensiv sind und in denen wir uns wiederfinden können. Es geht um Liebe und Freundschaft - alles, was unser Leben so wertvoll macht.

  • Scham von Inès Bayard

    Marie, glücklich verheiratet, angesehen im Beruf, wird von ihrem Generaldirektor vergewaltigt und spricht mit niemandem darüber. Sie verschweigt diese zutiefst grausame, unmenschliche Erfahrung und beginnt, die Annhäherungsversuche ihres Mannes zu hassen. Als sie bemerkt, dass sie schwanger ist, ist sie davon überzeugt, dass nicht ihr Mann Laurent der Vater sein kann. So beginnt sie auch ihren Sohn Thomas zu vernachlässigen und sich wahnsinng aggressive Gedanken zu machen.

    Dieser Roman ist brutal, hochemotional in den Schilderungen von Maries entsetzlicher Gedankenwelt und macht enorm wütend! Warum hat Marie sich keinem anvertraut? Warum glaubt sie, ihr Schicksal allein ertragen zu müssen? Die Lektüre lässt einen unsagbar erschüttert zurück!

  • Robin und Lark von Alix Ohlin

    Robin und Lark, zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, wachsen bei ihrer desinteressierten Mutter in Montreal auf. Robin ist eine begnadete Pianistin und Lark, die ältere der beiden, ist sehr zurückhaltend, hält sich gerne im Hintergrund. Ihr macht es nichts aus, für andere unsichtbar zu sein. Lark kümmert sich um ihre jüngere Schwester und ist daher umso mehr verletzt, als Robin immer wieder für längere Zeit verschwindet. Wir fühlen mit Lark, als sie die Liebe zum Filmen entdeckt und eine leidenschaftslose Beziehung zu ihrem wesentlich älteren Professor beginnt. Doch ein Zuhause findet sie nicht bei ihm. Im Alter wird es ihr sehnlichster Wunsch sein, Mutter zu werden ...

    Eine grandioser Roman, der uns das Innenleben dieser beiden Frauen, vor allem von Lark, hautnah miterleben lässt.