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  • Maxie aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

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  • Kostbare Tage von Kent Haruf

    Endlich ein neues Buch von Kent Haruf, und endlich konnte ich in die kleine Stadt in der endlosen Weite Colorados zurückkehren. Auch dieses Mal scheint die Zeit in Holt irgendwie stehengeblieben zu sein. Und das schöne ist, dass es zumindest für mich immer etwas unklar bleibt, zu welcher Zeit Haruf seine Romane eigentlich spielen lässt. Es könnte in den 1950er Jahren sein genauso wie zwanzig oder dreißig Jahre später, aber ein kleiner Nebensatz verrät, dass die letzten Tage für Dad Lewis Monate? Jahre? nach dem 11. September 2001 anbrechen.
    > Es ist ein anrührendes, ein zärtliches Buch über die letzten Wochen im Leben eines alten, schwerkranken Mannes. Und während Dad Lewis' Leben zu Ende geht, geht das Leben für seine mitfühlenden Nachbarinnen, seine herzensguten Angestellten Bob und Rudy, seine geliebte Frau Mary und die Tochter Lorraine weiter. Und für die kleine Alice von nebenan beginnt es sogar erst so richtig. Kent Haruf hat die besondere Gabe, mit wenigen Worten ganz schlichte, dabei aber nie einfache Menschen zu zeichnen, die einem beim Lesen alle sehr ans Herz wachsen und an deren Leben und Schicksalen man mit jeder Seite mehr immer stärkeren Anteil nimmt. Legendär sind für mich auch seine kurzen, pointierten Dialoge. Die Leute in Holt machen meistens nicht viele Worte, sagen aber doch eine ganze Menge. Beispiel gefällig? "Fang jetzt nicht damit an." -- "Ich habe mit gar nichts angefangen." -- "Und rede nicht in diesem Ton." -- ""Welchem Ton?" -- "Und stell dich nicht so blöd."
    > Das schönste war jedoch für mich, dass man durch ein kurzes Gespräch zwischen Dad und Lorraine erfährt, was eigentlich aus Victoria Roubideaux und ihrer kleinen Tochter Katie, die einst so liebevoll von den großartigen McPheron-Brüdern aufgenommen wurden, geworden ist. Und da weiß man dann, dass die Zeit in Holt doch weitergeht.